Historie

Geschichte der Königlich Bayerischen Gebirgsschützen Kompanie zu Aschau im Chiemgau

Burg Hochenaschau
Burg Hochenaschau

Das wehrhafte Brauchtum im Herrschaftsbereich Hohenaschau geht auf Ortlieb von Aschau (geb. 1264, gest. 1354), der in der letzten Ritterschlacht bei Mühldorf im Jahre 1322 eine große Anzahl seiner Untertanen stellen mußte, zurück.

Freiherr Max I von Freysing ließ 1641 ein Verzeichnis seiner wehrhaften Schützen zu Hohenaschau anfertigen und sandte diese sofort zum Kurfürst Maximiliam nach Müchnen ab.
Hier findet sich die Bezeichnung Gebirgsschützen zum ersten Mal (Quellenband I 1997, Teil I Konrad Breitrainer, S. 202 f.).

Ältestes erhaltenes Utensiel der Königlich Bayerischen.Gebirgsschützenkompanie Aschau ist ein Stempel (Petschaft) aus dem Jahre 1809. Die Echtheit des Stempels, wurde vom Amtsgericht Rosenheim geprüft und auf das Jahr 1809 datiert. Somit kann die Kompanie auf eine über 200 Jahre alte Namensgebung sowie auf ihre Ausrüstung wie Stopselhut, Birkhahnfeder, Bundhose, Joppe, weisse Strümpfe und schwarze Bergschuhe zurück blicken.

Leider gingen viele Schützenscheiben und Bilder in den Jahren von 1809 bis 1847 verloren.
Die älteste noch vorhandene Schützenscheibe aus dem Jahre 1848 zeigt die Aschauer Gebirgsschützen bei einer Übung im Kampemwandgebiet.
Die original Schützenscheibe befindet sich im Besitz der Familie Ertel, Niederachau.

Von 1848 bis 1862 wurde die Königlich Bayerischen Gebirgsschützenkompanie Aschau insgesamt 6 mal in den Waffenübungen von königlichen Kreiswehrkommandos des Isarkreies gemustert und begutachtet.

1862 wurde Oberleutnat Donat Rest (Hofwirt zu Niederaschau) zum Hauptmann gewählt, der Schullehrer Max Kistler zum Leutnant und 1863 zum Oberleunant befördert und Dr. Schmelcher (Arzt) zum Leutnant.

1866, während des Krieges Preussen gegen Bayern, sollten die Aschauer Gebirgsschützen in die Verteidigungslinie Oberaudorf (Windshausen), Neubeuern, Aschau, Bernau, Siegsdorf, Reit im Winkl und Inzell, einbezogen werden.
Da der Krieg aber bereits nach einem Monat beendet war, kam es zu keinem Einsatz (alle Angaben Konrad Breitrainer, Quellenband I).

1869 wird letztmals die Gewährung des Schützenvortels für die Königlich Bayerische Gebirgsschützenkompanie Aschau erwähnt. Laut Ministerialentschließung der Königlichen Regierung vom 12. April 1869 (Nr. 4453) wurde der Königlich Bayerischen Gebirgsschützenkompanie GSK Aschau 16 Gulden Schützenvortel gewährt.

1873 Auflösung laut Erlaß durch König Ludwig II und letzte Aufzeichnungen der Königlich Bayerischen Gebirgsschützenkompanie Aschau im Chiemgau.

1958 Wiedergründung der Königlich Bayerischen Gebirgsschützenkompanie Aschau.

Am 22. Mai 1958 wurde nach Vorarbeitung die Kompanie wieder gegründet und Max Siebenkäs zum Hauptmann gewählt.
Die Montur wurde nach den alten noch erhaltenen Schützenscheiben von 1848 vorgeschlagen und bestimmt.
Schwarze Lederbundhose, scharze Haferlschuhe, weiße Strümpfe, weißes Trachtenhemd, hellgraue Lodenjoppe und der dunkelgrüne alte Stopselhut (wie auf der Schützenscheibe von 1848) mit Birkhahnfeder/Schere sowie einer grünen Schützenschnur mit Quasten und die weißblaue Armbinde mit Metallwappen.
Die Kompanie blickt auf eine ruhmreiche Vergangenheit zurück. Heutzutage ist die Königlich Bayerische Gebirgsschützenkompanie Aschau im Orts- und Gemeindeleben voll integriert und ist bei kirchlichen und weltlichen Festen ein wichtiger Begleiter.
Die Gebrigsschützen begleiten, wie vor 200 Jahren, das Allerheiligste bei der Frohnleichnamsprozession, stellen die Ehrenkompanie bei der Gefallenen Gedenkmesse auf der Kampenwand, bei der Bayrisch-Tirolerischen Grenzlandwallfahrt in Sachrang.

Die Kompanie beteiligt sich an allen Bataillons- und Patronatstagen und hat sich bereits 6 mal am Oktoberfest in München beteilig. Zuletzt 1990.

1978 wurde der Patronatstag in Aschau durchgeführt. Schirmherr war Ministerpräsident Dr. Alfons Goppel, sowie das Bataillonsfest 2008.

Die Kompaine führt die Tradition des wehrhaften Brauchtums fort.
Gerade in der Welt der Globalisierung, in der oftmals die Werte der Kultur verlorengehen, gewinnen die Ideale der Gebirgsschützen, wie Treue zum angestammten christlichen Glauben, Treue zur bayerischen Heimat und Treue zur Kameradschaft zentrale Bedeutung.